Aalsuppe, Hamborger Aalsupp

Ursprünglich hatte die Hamburger Aalsuppe gar nichts mit dem Aal zu tun, sie war noch nicht einmal eine Fischsuppe.

„Da kümmt aallens rin wat so da is“, oder wie man im Hochdeutschen sagen würde, „da kommt alles hinein, was in der Küche vorhanden ist“, ein typisches Restessen also.
Die sogenannte Aalsuppe war also eine süß-saure Gemüsesuppe, eine „suur Supp“, wie der Hamburger sagt.

Der inzwischen allenthalben zugefügte Räucheraal ist ein Zugeständnis an den sprachlich verwirrten Zugereisten, der ansonsten ob des fehlenden Aals Betrug vermuten würde.

Mariendom

Dom St.Marien mit St. Petri und St. Jacobi um 1800.

Dom St.Marien mit St. Petri und St. Jacobi um 1800. 1

Seit altersher fand im und um den Hamburger Mariendom ein marktartiges Treiben statt. Seit 1329 belegt, boten fliegende Händler ihre Waren an, Gaukler und Narren sorgten für lustiges Treiben. 1804 wurde der altersschwache, von den Hamburgern nie besonders geliebte Dom abgerissen.

In den folgenden Jahren fand der Markt an wechselnden Orten statt, der Name „Dom“ aber blieb. 1892 wurden die fahrenden Händler aus der Stadt nach St. Pauli auf das Heiligengeistfeld verbannt.

Dort findet noch heute das Frühlingsfest, der Sommer- und der Winterdom statt.

Quelle: 1. Lithographie von P. Stuhr nach einer Zeichnung von C. Stuhr, Digital restauriert und optimiert von Rainer Scheppelmann, mit freundlicher Genehmigung von Historic Maps

Alsterwasser

Ursprünglich in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts bei München erfunden, wurde das Getränk schnell im Norden heimisch: 2/3 Bier und 1/3 Zitronenlimonade.

Es wird bezweifelt, dass die Ähnlichkeit des, andernorts als Radler oder Radlermaß bekannten Getränks, mit dem Wasser des Hamburg durchquerenden Flusses Alster, damals wesentlich größer war als heute.

Für kalte Tage gibt es Hamburger Grog, oder zum Feierabend Lütt un lütt.

Moin

Allgemeiner, etwas mundfauler Gruß für alle Tageszeiten. Ein Moin am Mittag ist genau so in Ordnung wie am Abend oder am, oft fälschlicherweise als namensgebend vermuteten Morgen.

Tatsächlich entstand der Gruß aber wohl aus dem friesischen Wort moi (schön, gut), vielleicht abgeschliffen aus „Moi´n Dag!“ als Gruß für einen „Schönen oder guten Tag!“.

Ganz redseelige Hamburger verdoppeln auch den Gruß zu „Moin, Moin“ oder „Moinmoin“, wobei das dann schon fast eine Einladung zu einem ausführlicheren Klönschnack sein kann.

Vigeliensch

Vigeliensch ist Hamburgisch und bedeutet „schwierig“ oder „kompliziert“.

Das Plattdeutsche Wort für Violine ist Vigelien und da ein wohlklingendes Geigenspiel bekanntlich eine höchst komplizierte Angelegenheit ist, bezeichnet vigeliensch jede Art von komplizierten Sachverhalten. Meist klingt dabei eine gehörige Portion Hochachtung mit.

Büschen

„Een büschen“ sagt der Hamburger, norddeutsch vernuschelt, wenn er „ein bisschen“ meint. Klingt gemütlicher als die hochdeutsche Entsprechung.

Gern möchte man „son büschen“ was erleben oder „een büschen“ spazieren gehen. „Son“ steht übrigens für „so ein“ und „een“ meint natürlich „ein“.

Der populäre Volkssänger Richard Germer singt „Ja, so’n klein büschen Windstärke zehn“ und auch Detlef Cordes singt in seinem Lied Norddeutscher Himmel: „Schmuddelweiß und büschen blau …“

Alsterschwäne

Alsterschwäne auf der Kleinen Alster zwischen Reesenbrücke und Rathausmarkt.

Alsterschwäne auf der Kleinen Alster zwischen Reesenbrücke und Rathausmarkt.

Seit dem 17. Jahrhundert stehen die Alsterschwäne in Hamburg unter besonderem Schutz. Der Rat der Stadt bedrohte jeden mit Strafe, der die Vögel tötete, verletzte oder auch nur beleidigte. Man glaubte, dass nur solange es in Hamburg Schwäne auf der Alster gäbe, Hamburg Hansestadt bliebe.

Seit dem 19. Jahrhundert gibt es in Hamburg den Posten des Schwanenvaters, der für die Tiere sorgt. Er bringt die Alsterschwäne auch zum überwintern auf den, wenn nötig, künstlich eisfrei gehaltenen Mühlenteich in Eppendorf.

Gänsemarkt

Das Lessing-Denkmal auf dem Gänsemarkt.

Das Lessing-Denkmal auf dem Gänsemarkt.

Am Gänsemarkt wurden niemals Gänse verkauft, ja es gab hier noch nicht mal einen Markt – trotzdem heißt der Platz der im 17. Jahrhundert einen Kalkhof beherbergte, seit Anfang des 18. Jahrhunderts Gänsemarkt.

Vermutlich geht der Name auf einen Landbesitzer Ambrosius Gosen zurück und statt Markt hätte es Mark beziehungsweise Gemarkung heißen sollen. Andere Quellen vermuten in der Nähe Weiden vor der Stadt auf die die Gänse zur Futtersuche getrieben wurden.

In jedem Fall wurde zum hundertsten Geburtstag von Gotthold Ephraim Lessing 1881 auf dem Gänsemarkt das Lessing-Denkmal errichtet, nach 1933 entfernt, 1955 wieder aufgestellt und bei der Umgestaltung des Platzes 1986 an seinen heutigen Standort am Eingang der Gerhofstraße versetzt.

Bangbüx

Bangbüx bedeutet Angsthose, womit in Hamburg ein (kleiner) Angsthase gemeint ist. Bange meint ängstlich und Büx die Hose. Wie genau es zu dieser Bezeichnung kam, ist unklar.

Möglicherweise hat es etwas damit zu tun, dass sich Angst in ganz ungünstigen Fällen in der Büx niederschlagen kann.

Elbe

Elbe im Hamburger Hafen Höhe St. Pauli-Landungsbrücken.

Elbe im Hamburger Hafen Höhe St. Pauli-Landungsbrücken.

Das Wasser der Elbe entspringt im Riesengebirge in Tschechien und hat in Hamburg schon mehr als 1000 Km hinter sich. Unterhalb der Staustufe Geesthacht beginnt der Einfluss der Tide, Ebbe und Flut werden spürbar.

Ab hier bildet die Elbe die Grenze zwischen Hamburg und Niedersachsen und teilt sich an der Bunthäuser Spitze in Norderelbe und Süderelbe. Beide Arme fließen nun vollständig auf Hamburger Gebiet.

Die Norderelbe ist der heute Hauptarm und nimmt am Baumwall das Wasser der Alster auf. Die Süderelbe, in den 1970er Jahren vom Hauptstrom abgetrennt, fließt in den Köhlbrand, der bei Neumühlen in die Norderelbe mündet.

Bei Rissen verlässt die Elbe Hamburger Gebiet und strebt auf den letzten hundert Kilometern der Nordsee zu.