Das Hamburger Sammelsurium nun als Blog

Seit 2005 gibt es das Hamburger Sammelsurium mit allerhand interessanten, seltsamen, bemerkenswerten und kuriosen Informationen aus der Hansestadt Hamburg. Und nun als Blog.

Hamburg ist die zweitgrößte Stadt in Deutschland. Die Freie und Hansestadt Hamburg ist ein Stadtstaat, hat ca. 1,79 Millionen Einwohner und erstreckt sich über eine Fläche von 755 Qkm.

Hamburg liegt 110 Km elbaufwärts an der Mündung der Alster in die Elbe.

Riskieren Sie einen Blick vom Turm der Hauptkirche St. Michaelis, dem Michel oder schauen Sie sich die Alsterbrücken Hamburgs an.

Alsterwasser

Ursprünglich in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts bei München erfunden, wurde das Getränk schnell im Norden heimisch: 2/3 Bier und 1/3 Zitronenlimonade.

Es wird bezweifelt, dass die Ähnlichkeit des, andernorts als Radler oder Radlermaß bekannten Getränks, mit dem Wasser des Hamburg durchquerenden Flusses Alster, damals wesentlich größer war als heute.

Für kalte Tage gibt es Hamburger Grog, oder zum Feierabend Lütt un lütt.

Moin

Allgemeiner, etwas mundfauler Gruß für alle Tageszeiten. Ein Moin am Mittag ist genau so in Ordnung wie am Abend oder am, oft fälschlicherweise als namensgebend vermuteten Morgen.

Tatsächlich entstand der Gruß aber wohl aus dem friesischen Wort moi (schön, gut), vielleicht abgeschliffen aus „Moi´n Dag!“ als Gruß für einen „Schönen oder guten Tag!“.

Ganz redseelige Hamburger verdoppeln auch den Gruß zu „Moin, Moin“ oder „Moinmoin“, wobei das dann schon fast eine Einladung zu einem ausführlicheren Klönschnack sein kann.

Vigeliensch

Vigeliensch ist Hamburgisch und bedeutet „schwierig“ oder „kompliziert“.

Das Plattdeutsche Wort für Violine ist Vigelien und da ein wohlklingendes Geigenspiel bekanntlich eine höchst komplizierte Angelegenheit ist, bezeichnet vigeliensch jede Art von komplizierten Sachverhalten. Meist klingt dabei eine gehörige Portion Hochachtung mit.

Büschen

„Een büschen“ sagt der Hamburger, norddeutsch vernuschelt, wenn er „ein bisschen“ meint. Klingt gemütlicher als die hochdeutsche Entsprechung.

Gern möchte man „son büschen“ was erleben oder „een büschen“ spazieren gehen. „Son“ steht übrigens für „so ein“ und „een“ meint natürlich „ein“.

Der populäre Volkssänger Richard Germer singt „Ja, so’n klein büschen Windstärke zehn“ und auch Detlef Cordes singt in seinem Lied Norddeutscher Himmel: „Schmuddelweiß und büschen blau …“

Alsterschwäne

Alsterschwäne auf der Kleinen Alster zwischen Reesenbrücke und Rathausmarkt.

Alsterschwäne auf der Kleinen Alster zwischen Reesenbrücke und Rathausmarkt.

Seit dem 17. Jahrhundert stehen die Alsterschwäne in Hamburg unter besonderem Schutz. Der Rat der Stadt bedrohte jeden mit Strafe, der die Vögel tötete, verletzte oder auch nur beleidigte. Man glaubte, dass nur solange es in Hamburg Schwäne auf der Alster gäbe, Hamburg Hansestadt bliebe.

Seit dem 19. Jahrhundert gibt es in Hamburg den Posten des Schwanenvaters, der für die Tiere sorgt. Er bringt die Alsterschwäne auch zum überwintern auf den, wenn nötig, künstlich eisfrei gehaltenen Mühlenteich in Eppendorf.

Gänsemarkt

Das Lessing-Denkmal auf dem Gänsemarkt.

Das Lessing-Denkmal auf dem Gänsemarkt.

Am Gänsemarkt wurden niemals Gänse verkauft, ja es gab hier noch nicht mal einen Markt – trotzdem heißt der Platz der im 17. Jahrhundert einen Kalkhof beherbergte, seit Anfang des 18. Jahrhunderts Gänsemarkt.

Vermutlich geht der Name auf einen Landbesitzer Ambrosius Gosen zurück und statt Markt hätte es Mark beziehungsweise Gemarkung heißen sollen. Andere Quellen vermuten in der Nähe Weiden vor der Stadt auf die die Gänse zur Futtersuche getrieben wurden.

In jedem Fall wurde zum hundertsten Geburtstag von Gotthold Ephraim Lessing 1881 auf dem Gänsemarkt das Lessing-Denkmal errichtet, nach 1933 entfernt, 1955 wieder aufgestellt und bei der Umgestaltung des Platzes 1986 an seinen heutigen Standort am Eingang der Gerhofstraße versetzt.

Bangbüx

Bangbüx bedeutet Angsthose, womit in Hamburg ein (kleiner) Angsthase gemeint ist. Bange meint ängstlich und Büx die Hose. Wie genau es zu dieser Bezeichnung kam, ist unklar.

Möglicherweise hat es etwas damit zu tun, dass sich Angst in ganz ungünstigen Fällen in der Büx niederschlagen kann.

Elbe

Elbe im Hamburger Hafen Höhe St. Pauli-Landungsbrücken.

Elbe im Hamburger Hafen Höhe St. Pauli-Landungsbrücken.

Das Wasser der Elbe entspringt im Riesengebirge in Tschechien und hat in Hamburg schon mehr als 1000 Km hinter sich. Unterhalb der Staustufe Geesthacht beginnt der Einfluss der Tide, Ebbe und Flut werden spürbar.

Ab hier bildet die Elbe die Grenze zwischen Hamburg und Niedersachsen und teilt sich an der Bunthäuser Spitze in Norderelbe und Süderelbe. Beide Arme fließen nun vollständig auf Hamburger Gebiet.

Die Norderelbe ist der heute Hauptarm und nimmt am Baumwall das Wasser der Alster auf. Die Süderelbe, in den 1970er Jahren vom Hauptstrom abgetrennt, fließt in den Köhlbrand, der bei Neumühlen in die Norderelbe mündet.

Bei Rissen verlässt die Elbe Hamburger Gebiet und strebt auf den letzten hundert Kilometern der Nordsee zu.

Teufelsbrück

Der Teufel sinniert über des Hasen Seele.

Der Teufel sinniert über des Hasen Seele.

Der Legende nach sollte ein Zimmermann, an der alten Furt über die Flottbek nahe der Mündung in die Elbe, eine Brücke bauen. Immer wieder waren hier Fuhrwerke im Morast zu Bruch gegangen.

Der Zimmermann bat den Teufel um Hilfe, da die Fundamente im sumpfigen Gelände einfach nicht halten wollten. Dafür musste er dem Teufel die Seele des ersten Lebewesens versprechen, dass die neue Brücke überqueren würde. Üblicherweise war das der Erbauer selbst.

Am Tag der Fertigstellung aber lief ein aufgeschreckter Hase als erster über die neue Brücke. Der Zimmermann wurde verschont und der Teufel ärgerte sich über den mickrigen Lohn für seine Hilfe.

Klima

Der Einfluss des Golfstroms beschert Hamburg ein maritimes Klima mit milderen Wintern und weniger heissen Sommern als im Binnenland. Gelegentlich regnet es auch, manche sprechen sogar davon, dass es ziemlich oft regnet, aber das ist umstritten. Niedrige Temperaturen und Regen nennt der Hamburger Schietwedder.

In Zahlen bedeutet das:

Durchschnittliche Lufttemperatur:
Januar: 1,9° C; April: 9,2° C; Juli: 19,2° C; Oktober: 10,5° C
Jahresmittel: 10,1° C

Sonnenscheindauer:
1 631 Stunden jährlich
(36,3 % der möglichen Sonnenscheindauer)

Jährliche Niederschlagshöhe:
803 mm

(jeweils Durchschnitt der Jahre 1985 bis 2010)

Quelle: Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein: Ein Stadtporträt in Zahlen, erschienen 10/2011