Wasserkunst Elbinsel Kaltehofe

Ein Jahr nach der Choleraepedemie von 1892 in Betrieb genommen, wurde in der Wasserkunst Elbinsel Kaltehofe bis 1964 Elbwasser zu Trinkwasser aufbereitet. In 22 Becken wurde das Elbwasser über sogenannte Langsamsandfilter bakteriologisch und organisch gereinigt. Ab 1964 wurde statt Elbwasser nur noch Grundwasser verwendet. Der altertümliche Begriff Wasserkunst kommt übrigens von Können, Wissen beziehungsweise Meisterschaft, hier im Umgang mit Wasser.

Nach ihrer Stilllegung 1990 blieben die Anlagen der Wasserkunst auf der Elbinsel Kaltehofe mehr als 20 Jahre weitgehend sich selbst überlassen. Ab 2010 erfolgte der Umbau zum Naturraum mit Industriedenkmal, Museum und Naturlehrpfad, der am 18. September 2011 eröffnet wurde. Die historische Villa, ursprünglich eine Außenstelle des Hygienischen Instituts, beherbergt zusammen mit einem dahinter liegenden Neubau das Museum und die Ausstellungsräume. Hier kann sich der Besucher über 200 Jahre Kunst im Umgang mit Wasser informieren.

Der Park erschließt 8 der 22 Becken mit den urtümlichen Schieberhäuschen aus wilhelminischer Zeit. Unterwegs informieren Tafeln über die heutigen Bewohner der Becken. Mehr als 40 Vogelarten sollen hier brüten und über 280 heimische Pflanzen hier siedeln.

Die Elbinsel Kaltehofe war ursprünglich gar keine Insel. Sie wurde 1876–1879 beim sogenannten Elbdurchstich durch Begradigung der Norderelbe von der Peute, einem Teil der Elbinsel Wilhelmsburg abgetrennt.

Bei der schweren Sturmflut 1962 wurde die Anlage vom Elbwasser überflutet, konnte aber schon bald wieder einwandfreies Trinkwasser liefern.

Wasserkunst Elbinsel Kaltehofe, Absetzbecken mit Schieberhäuschen.
Wasserkunst Elbinsel Kaltehofe, Absetzbecken mit Schieberhäuschen.
Schieberhäuschen an verlandetem Absetzbecken.
Schieberhäuschen an verlandetem Absetzbecken.
Historische Villa mit Museumsneubau in der Wasserkunst Kaltehofe.
Historische Villa mit Museumsneubau in der Wasserkunst Kaltehofe.

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