Burg Stegen

Burghügel der ehemaligen Burg Stegen von Süden gesehen.
Burghügel der ehemaligen Burg Stegen von Süden gesehen.

Man muss schon genau hinschauen, um die Reste der ehemaligen Burg Stegen in der Wiesenlandschaft an der Oberalster zu erkennen. Ein flacher Hügel unter hohen Bäumen, von der Alten Alster umflossen, die ganz in der Nähe in die Alster mündet.

Hier wirkte einst Johann von Hummersbüttel, überwiegend als Raubritter und Straßenräuber. Er war es auch, der die in der Nähe der Stegener Alsterfurt gelegene, bereits 1302 erstmalig urkundlich erwähnte Burg Stegen, um 1340 so ausbaute, dass er die durchreisenden Warenzüge, die zwischen den Hansestädten Hamburg und Lübeck verkehrten, nach Kräften drangsalieren konnte.

Burg Stegen von Nordwesten.
Burg Stegen von Nordwesten.
Burg Stegen von Westen.
Burg Stegen von Westen.
Burg Stegen von Südwesten.
Burg Stegen von Südwesten.

Die Burg Stegen war eine Wasserburg. Der Aushub beim Bau des Burggrabens ergab das Material für den Burghügel. Durch das Ausheben eines zweiten Wassergrabens entstand zusätzlich ein umlaufender Ringwall.

Und dann setzte Johann von Hummersbüttel, durch Aufstauen der Alster, die sumpfig bewaldete Niederung um die Burg vollständig unter Wasser, was den Schutz der Burg vor Angreifern nicht Unwesentlich erhöhte, zugleich aber auch für mächtig zusätzlichen Ärger sorgte. Mit den Müllern der Mühlen am nachfolgenden Alsterlauf nämlich, denen das Wasser zum Antrieb der Mühlen abgedreht wurde und auch mit der beginnenden Alsterschiffahrt, denen so die bekanntlich notwendige Handbreit Wasser unterm Kiel fehlte.

Hummersbüttel hatte schon vorher für Ärger gesorgt. Bereits 1333 hatte er die Dörfer des hamburgischen Domkapitels geplündert und 1342 klagte dieses erneut über die großen Verwüstungen, die Hummersbüttel und andere Raubritter in der Gegend anrichteten.

Burghügel der ehemaligen Burg Stegen von Norden gesehen.
Burghügel der ehemaligen Burg Stegen von Norden gesehen.

Als er es gar zu toll trieb, schlossen sich die Grafen von Holstein und der Hamburger Rat zusammen, um die Sicherheit der Landstraßen wiederherzustellen. Das aufgestellte Heer hatte jedoch seine liebe Not mit der Burg Stegen, die „stark gebaut“ und im überschwemmten und sumpfigen Gelände kaum einzunehmen war.

Plötzlich tauchte König Waldemar III. von Dänemark auf. Der war auf der Rückreise von einer Pilgerfahrt nach Palästina. Ihm war der eingeschlossene Johann von Hummersbüttel lehnspflichtig, das heißt er musste dem König Abgaben leisten, konnte aber im Gegenzug auch auf dessen Schutz hoffen. Nun gelang es dem König zwar nicht, die Belagerer zu vertreiben, aber 1348 wurde ein Vertrag geschlossen, nach dem der König es übernahm, gegen Zahlung einer Summe Geldes, den Ritter binnen eines Monats aus der Burg zu schaffen.

Johann von Hummersbüttel zog in die Verbannung nach Dänemark und die Burg Stegen wurde abgebrochen und nie wieder aufgebaut.

Lageplan des Stegener Hofes und der Burgstelle Anfang des 18. Jahrhunderts.
Lageplan des Stegener Hofes und der Burgstelle Anfang des 18. Jahrhunderts.
Quelle: Die Alster, Melhop, Wilhelm, Hamburg 1932.
Lageplan des Stegener Hofes und der Burgstelle um 1900.
Lageplan des Stegener Hofes und der Burgstelle um 1900.
Quelle: Die Alster, Melhop, Wilhelm, Hamburg 1932.
Reste der Burg Stegen mit Querprofilen, 1899.
Reste der Burg Stegen mit Querprofilen, 1899.
Quelle: Die Alster, Melhop, Wilhelm, Hamburg 1932.
Lageplan des Stegener Hofes und der Burgstelle (alte Festung) im Jahre 1776.
Lageplan des Stegener Hofes und der Burgstelle (alte Festung) im Jahre 1776.
Quelle: Die Alster, Melhop, Wilhelm, Hamburg 1932.
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