Lastschifffahrt auf der Oberalster

Alsterkahn bei Wulksfelde
Alsterkahn bei Wulksfelde um 1850
Quelle: Die Alster, Melhop, Wilhelm, Hamburg 1932.

Seit altersher war die Oberalster ein Schifffahrtsweg. Belastbare Wege und Straßen gab es kaum und schwere Güter transportierte man auf dem Wasser. Davon gab es aber nicht immer genug. Schleusen und Wehre wurden gebaut um das kostbare Nass bestmöglich zu nutzen. Oft in Konkurrenz zu den überall vorhandenen Mühlen, die das Wasser der Alster als unverzichtbaren Antrieb brauchten.

Flussabwärts transportiert wurde Torf zum Heizen, Holz als Heiz- und Baumaterial, Kalk aus Segeberg, Ziegel aus Trillup und Nahe, Branntwein aus Wulksfelde, Kupfer aus Wohldorf, Findlinge und Feldsteine aus Hummelsbüttel und vieles andere mehr. Flussaufwärts waren die Alsterkähne meist leer oder hatten Dünger für die Bauern in Hummelsbüttel und Poppenbüttel, Fette für die Seifenfabrik in Poppenbüttel oder Kupfer für den Kupferhammer in Wohldorf und am Kupferteich.

Das Befahren der Alster mit Frachtkähnen war mühselig und langwierig. Die Talfahrt Richtung Hamburg dauerte im Sommer in der Regel zwei, im Winter auch drei Tage. Im Sommer übernachteten die Alsterschiffer in Poppenbüttel, im Winter zusätzlich in Duvenstedt und Fuhlsbüttel. Die Bergfahrt dauerte im günstigen Fall eine, bei niedrigem Wasserstand auch mehrere Wochen.

Weitere Landungsplätze an der Oberalster waren die Stegener Hude nahe der Heidkruger Schleuse, von wo Güter aus Jersbek verschifft wurden, die Kayhude die zum Borsteler Gut gehörte und von wo der Segeberger Kalk, Holz und Torf verladen wurde, die Heidkruger- und die Ehlersberger Hude, am Wohldorfer Wald die Holzhude beim Sahren und weitere Plätze an den Schleusen. Ortsnamen wie Kaihude, Harvestehude aber auch Winterhude erinnern noch heute an diese frühen Landungsplätze der Alsterschiffer.

Mit der Zeit nahm die Bedeutung der Lastschifffahrt auf der Alster immer mehr ab. Das Heizen mit Torf und Holz hörte auf, die Landstraßen wurden besser und ab 1865 nahm die Lübeck-Hamburger Eisenbahn den Betrieb auf. Waren es um 1813 noch 48 Schiffe die Fracht auf der Oberalster transportierten, verringerte sich die Zahl immer weiter bis im Jahr 1910, als nur noch ein einziges Schiff betrieben wurde.

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